Kairo heute

2. Februar 2011 | Von bruni | Kategorie: Internationales, Politik

Tino aus Kairo, 2.2.2011

Donnerstag, 27. Januar „Tag der SicherheitskrĂ€fte“

  • Feiertag wird von Regimegegnern genutzt. ProtestzĂŒge durch die Stadt

Freitag, 28. Januar

  • Internet und Mobiltelefone funktionieren nicht mehr.
  • Metro hĂ€lt nicht mehr am Tahrir-Platz
  • Nach der Freitagspredigt Straßenschlachten (v. a. auf den BrĂŒcken, die vom Westen Richtung Tahrir-Platz fĂŒhren)

  • Überall Polizisten
  • Tausende auf dem Weg zum Tahrir-Platz („Freiheitsplatz“). Polizisten versuchen sie vorher abzufangen. Viele Wasserwerfer, doch Demonstranten werfen mit Steinen und greifen Polizeiautos an. Überall TrĂ€nengas. Viele mĂŒssen sich ĂŒbergeben. Andere schlagen Steine aus dem BĂŒrgersteig oder tragen Bretter, TĂŒren und Stangen nach vorne.
  • Abends die ersten Panzer in der Stadt

Donnerstag, 27. Januar „Tag der SicherheitskrĂ€fte“

  • Feiertag wird von Regimegegnern genutzt. ProtestzĂŒge durch die Stadt

Freitag, 28. Januar

  • Internet und Mobiltelefone funktionieren nicht mehr.
  • Metro hĂ€lt nicht mehr am Tahrir-Platz
  • Nach der Freitagspredigt Straßenschlachten (v. a. auf den BrĂŒcken, die vom Westen Richtung Tahrir-Platz fĂŒhren)
  • Überall Polizisten
  • Tausende auf dem Weg zum Tahrir-Platz („Freiheitsplatz“). Polizisten versuchen sie vorher abzufangen. Viele Wasserwerfer, doch Demonstranten werfen mit Steinen und greifen Polizeiautos an. Überall TrĂ€nengas. Viele mĂŒssen sich ĂŒbergeben. Andere schlagen Steine aus dem BĂŒrgersteig oder tragen Bretter, TĂŒren und Stangen nach vorne.
  • Abends die ersten Panzer in der Stadt
  • GerĂŒchte, dass das Ägyptische Museum geplĂŒndert wurde (GerĂŒchte, dass es die SicherheitskrĂ€fte waren)
  • GerĂŒchte, dass Polizisten allgemein SchĂ€den anrichten, um es die Demonstranten zu beschuldigen.
  • SchĂŒsse zu hören
  • Wut der Bevölkerung

Samstag, 29. Januar

  • Mobiltelefone funktionieren wieder. Internet bleibt blockiert.
  • Keine Polizisten mehr zu sehen (viele der Polizisten haben wohl mittlerweile Angst vor der Bevölkerung). Zivilisten regeln den Straßenverkehr
  • Tausende gehen jetzt ungehindert zum Tahrir-Platz
  • Die großen Werbeplakate von McDonalds etc. sind nicht mehr am Tahrir-Platz zu sehen
  • MilitĂ€r ĂŒbernimmt die Kontrolle. Panzer am Tahrir-Platz, vor Kirchen, Moscheen, vor dem Ägyptischen Museen usw.
  • Bevölkerung feiert das MilitĂ€r, schenkt den Soldaten Blumen, GetrĂ€nke usw. Graffitis auf den Panzern. Einige Soldaten schĂŒtteln die HĂ€nde der Menschen. Einige Offiziere lassen sich in den Menschenmengen feiern.
  • Einige befĂŒrchten, dass das MilitĂ€r Mubarak unterstĂŒtzt.
  • Pizza Hut und McDonalds (in Dokki) machen dicht und kleben die GeschĂ€ftsnamen ab.
  • Ladenbesitzer verbarrikadieren ihre GeschĂ€fte (Sie kleben die Schaufenster ab und stellen MĂŒlltonnen, Leitern etc. vor die EingangstĂŒren). Die meisten GeschĂ€fte öffnen gar nicht mehr.
  • SĂ€rge werden in ProtestmĂ€rchen durch die Straßen getragen.
  • Einige Bankautomaten funktionieren nicht mehr.
  • GebĂ€ude der Mubarak-Partei sind komplett ausgebrannt (wahrscheinlich schon in der letzten Nacht).
  • Viele bewaffnen sich mit Stöcken, Ketten, Messern etc., weil es GerĂŒchte ĂŒber PlĂŒnderungen gibt.
  • Hunderte Polizeiautos sind ausgebrannt.
  • Insgesamt Freude, Enthusiasmus.

Sonntag, 30. Januar

  • Ausgangssperre ab 16 Uhr
  • MasseneinkĂ€ufe in SupermĂ€rkten. Einige Lebensmittel wie Brot und Jogurt teilweise ausverkauft. Wasser und Zigaretten werden in manchen LĂ€den knapp.
  • Immer weniger Menschen in den Straßen. Trotzdem noch Demonstration an den großen PlĂ€tzen.
  • Hubschrauber und tieffliegende Kampfflugzeuge
  • Botschaften erhöhen Sicherheitsvorkehrungen
  • Meldungen von vielen GefĂ€ngnisausbrĂŒchen bzw. Freilassung der HĂ€ftlinge
  • SchĂŒsse zu hören
  • Stimmung angespannt

Montag, 31. Januar

  • Ausgangssperre ausgedehnt: 14 Uhr bis 8 Uhr morgens
  • Lange Schlangen in den SupermĂ€rkten. Die meisten GeschĂ€fte bleiben zu
  • Viele Menschen auf dem Weg zum Tahrir-Platz
  • Polizisten sind zurĂŒck, doch unternehmen nichts mehr gegen die Proteste. Nur noch Schutz der GebĂ€ude und Regelung des Verkehrs. MilitĂ€r regelt die ZugĂ€nge zum Tahrir-Platz und schĂŒtzt das Ă€gyptische Museum
  • Metro hĂ€lt nicht am Tahrir-Platz. Nach der Ausgangssperre fĂ€hrt die Metro ĂŒberhaupt nicht mehr
  • Gemeinsame Gebete der Demonstranten auf dem Tahrir-Platz
  • In der Ferne Rauch – irgendein GebĂ€ude in einem anderen Stadtteil ist abgebrannt.
  • Deutscher Akademischer Austauschdienst ruft deutsche Studenten an und fragt, ob sie Interesse an einem Flug nach Deutschland haben
  • GerĂŒchte: Morgen sollen wieder Millionen auf die Straßen. Regimewechsel spĂ€testens nach dem nĂ€chsten Freitagsgebet. Geplante Demonstration vor der US-Botschaft (gegen die US-UnterstĂŒtzung von Mubarak)
  • Bevölkerung rĂ€umt die Straßen auf
  • Nach der Ausgangssperre werden viele Straßen von den Bewohnern gesperrt, die sich mit Stöcken und Stangen bewaffnen und gegen PlĂŒnderer Wache halten. MilitĂ€rautos werden jetzt von Bewohnern kontrolliert.
  • US-Marines schĂŒtzen ab jetzt die US-Botschaft

Dienstag, 1. Februar

  • Millionen Menschen demonstrieren
  • Ausgangssperre ab 15 Uhr – anschließend fahren immer noch keine Metros mehr
  • Kein Bankautomat funktioniert
  • Lange Schlangen in den SupermĂ€rkten
  • TV-Ansprache Mubaraks: Er wird nicht an den nĂ€chsten Wahlen teilnehmen

Mittwoch, 2. Februar

  • Internet funktioniert wieder
  • Mehr Polizisten auf den Straßen
  • Organsierte Pro-Mubarak-Demonstrationen – GewalttĂ€tige Auseinandersetzungen mit den anderen Demonstranten

Ein Kommentar
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  1. traurige Erlebnisse!