Geistige Umnachtung

23. Februar 2011 | Von bruni | Kategorie: Deutschland, Headlines, Politik

Nach „Hart aber fair“ vom 23.2.2011 muss man dem Wahlvolk schlicht bescheinigen: Wenn es um den „Von und Zu“ geht, leidet es an geistiger Umnachtung. 72% der von Infratest im Auftrag von „Hart aber fair“ befragten möchte, dass Guttenberg auch nach seiner Erschleichung des akademischen Titels und damit verbundenem Diebstahl geistigen Eigentums im Amt bleibt. Selbst 62% der SPD – Wählerinnen stimmen zu, diesen Mann im Amt zu lassen.

Vermutlich stehen die von Guttenberg Geblendeten unter Schock. Der wird sich legen. Die ebenfalls in der Sendung zitierten Stellungnahmen von BĂĽrger/innen geben Anlass zur Hoffnung fĂĽr die Vernunft.

Während bereits die Frage der „Ehre“ in diesem Zusammenhang diskutiert wird, womit gemeint wird, „ehrenhaft sei es, wenn Guttenberg als Verteidigungsminister zurücktritt“. Die in diesem Zusammenhang befragten Passanten antworten in kurzen Filmsequenzen, dass sie „viele Menschen kennen, die gelegentliche Schummeln“ und das eher verzeihlich finden. Nun ja. Es wundert nicht, dass Deutschland kontinuierlich in der Korruptionsliste von Transparency International nur mittlere Plätze belegt.

Während der „Von und Zu“ gegenüber anderen teilweise fragwürdige Härte an den Tag legt und sich des angelsächsischen „Hire and Fire“ befleißigt, strapaziert Guttenberg gnadenlos Ehre und Gewissen: „Schwindler und Betrüger im Amt sind erwünscht“ ist die Botschaft. Signal an junge Menschen: Bescheißt bei Prüfungen wo ihr nur könnt. Wenn ihr erwischt werdet, müsst ihr jedoch mindestens deutsches „Prinzenpaar“ sein?

Worum geht es wirklich? Der Herr „Von und Zu“ hat schlicht betrogen und sich mit seinem Doktortitel Vorteile erschlichen. Er ist in Deutschland nun nicht ein „irgendwer“, der sich z.B. fälschlich einen Dr. med. erschlichen hat. Es soll ja durchaus Fälle gegeben haben, dass solche Schwindler brauchbare Ärzte waren, aber natürlich trotzdem gehen mussten, wenn der Schwindel aufflog. Also – weiter. Guttenberg ist Teil der Chefetage dieses Landes, noch dazu in einem Amt, das erhebliches Vertrauen erfordert. Schließlich schickt der Mann im Zweifel buchstäblich andere Menschen („Untergebene“) in den Tod.

Das Vertrauen ist dahin. Wer mag unter einem solchen „Befehlshaber“ dienen? Entlassen Sie diesen Minister, Frau Bundeskanzlerin.

Guttenberg ist unterdessen zurĂĽck getreten.

Tags: , ,

Keine Kommentare möglich.