Sozialrassismus!

28. September 2010 | Von bruni | Kategorie: Deutschland, Headlines, Politik

28.09.2010

Die Bundesregierung legt nun den Gesetzentwurf zur Neuregelung von Hartz IV vor. Der Begriff Hartz IV klebt an dieser unsĂ€glichen Sozialgesetzgebung wie Pech und Schwefel. Alle Versuche von der Leyens eine NamensĂ€nderung zu bewirken sind gescheitert. Erschrocken versucht die SPD den von ihr aus der Flasche entlassenen Geist wieder zurĂŒck zu stopfen. Allein, das will einfach nicht gelingen. In der Hand des bĂŒrgerlichen Konservativismus treibt das Instrument Hartz IV scheußliche BlĂŒten.

WĂ€hrend es freilich niemanden Interessiert, wer unter Berufsgruppen wie Abgeordneten wann was wo vertrinkt und verraucht (so viel wird sich nicht geĂ€ndert haben, seit ein namhafter Abgeordneter das Bundesparlament dem Sinne nach  als „Bude schwatzhafter Alkoholiker und Kettenraucher“ bezeichnete), wird krĂ€ftig gegen Hartz IV EmpfĂ€nger/innen Stimmung gemacht („guten Morgen Florida Rolf“). Alleiniges Merkmal scheint kĂŒnftig zu sein, dass Mensch es sich leisten kann. Soviel zum Thema Teilhabe in einer alkoholkulturierten Gesellschaft. Nun  ja. Nebenher wird erklĂ€rt, dass jede/r BedĂŒrftige und Kandidat fĂŒr Hartz IV grundsĂ€tzlich ein potentieller Alkoholiker/in und gefĂ€hrlicher Raucher/in  sei.

Das ist wohlfeile, nichts desto trotz, ziemlich verlogene Propaganda einer CDU/CSU/FDP Regierung, die von vornherein nicht daran dachte, den Auftrag des Bundesverfassungsgerichtes dahingehend zu nutzen, die Lage der Betroffenen zu verbessern. Im tiefsten Innern scheint man der unchristlichen Auffassung zu sein, dass es den Betroffenen immer noch zu gut geht.

Nachdem diese guten Christenmenschen hocherfreut die vom Bundesverfassungsgericht entschiedene Vorlage zu Lasten von BedĂŒrftigen interpretieren, wartet man fast wöchentlich auf die nĂ€chste Bedrohungslage. Von der nach „Unten“ liberal tretenden FDP muss man ja schon gar nicht mehr reden. WĂ€hrend man ungeachtet haushaltspolitischer Überlegungen ĂŒber Nacht Milliarden zur Rettung aller möglichen und unmöglichen „MĂ€rkte“ heraus gab, keinerlei Maß kannte und selbst Schrottbanken noch ĂŒberbewertet aus der Patsche half, orientiert man sich bei der Bemessungsgrundlage fĂŒr Hartz IV am allerniedersten Niedrigstlohnsektor. Abstandsgebot heißt auf gut chrislichunionistisch ganz zur Freude der FDP und ihrer Klientel:  Man nehme den niedrigsten Lohn und schaffe bei Hartz IV Abstand nach unten.

Es muss also niemand wundern, wenn Ulrich Schneider, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des ParitĂ€tischen Wohlfahrtsverbands lt. TAZ vom 28.09.2010 kommentiert:
“Das ist der grĂ¶ĂŸte statistische Schrotthaufen, den ich je auf dem Schreibtisch hatte.”

Empfehlung: Gerade wenn Sie Mitglied der CDU, CSU oder FDP sind: Üben Sie SolidaritĂ€t. Beweisen Sie christliche NĂ€chstenliebe: Stellen Sie Ihre regionalen Abgeordneten zur Rede, Verlangen Sie Stellungnahmen Ihrer Bundestagsabgeordneten aus den StĂ€dten, Gemeinden und Kreisen. Am Ende hilft nur Eines: AbwĂ€hlen!

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