Nie wieder Krieg? Nie wieder Krieg!
30. August 2009 | Von Pressemitteilung | Kategorie: RegionalesNie wieder Krieg? Nie wieder Krieg!
“Was politisch gewollt ist, bleibt nie Illusion. Deutschland verarmt nicht ohne RĂŒstungsindustrie.
Wir mĂŒssen auch ĂŒber die AbrĂŒstung konventioneller Waffen reden, denn sie bestimmen die Krisen der Welt” (Christine Hoffmann, Pax Christi GeneralsekretĂ€rin).
In Deutschland ist der 1. September Gedenktag. Mit dem deutschen Ăberfall auf Polen am 1.9.1939 begann der 2. Weltkrieg. Urheber des Gedenktages war der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der 1957 âNie wieder Krieg!” forderte.
In der UN-Resolution 36/67 begeht die Weltgemeinschaft den âDay of Peace” seit 2002 immer am 21. September.
Der Ăkumenische Rat der Kirchen ruft seit 2004 jĂ€hrlich zu einem Internationalen Tag des Gebets fĂŒr den Frieden auf. Die Agenda des September ist dem Frieden gewidmet und auch der Bundestagswahl.
Aber Gedenken alleine – reicht das?
Deutschland steht auf der Weltrangliste der Exporteure von Kriegswaffen an dritter Stelle. Der Verteidigungsetat verschlang von 2008 auf 2009 weitere 1,7 Milliarden Euro und umfasst nun rund 31,2 Milliarden Euro (BICC Bericht). Waffen werden auch von Deutschland in Krisengebiete exportiert. Oft werden diese GeschĂ€fte ĂŒber Drittstaaten abgewickelt. JĂ€hrlich fallen diesen Waffen etwa 500.000 Menschen zum Opfer. 300.000 Opfer sind allein in den bewaffneten Konflikten in Afrika sĂŒdlich der Sahara zu beklagen.
Auch wenn Verteidigungsminister Jung nicht von Krieg in Afghanistan sprechen mag. Entgegen seiner grundgesetzlich verankerten Friedenspflicht, befindet sich Deutschland im Krieg. Der Einsatz von Kriegsflugzeugen und Panzern sind ebenso sichtbarer Ausdruck der kriegerischen Einsatzbedingungen, wie die steigende Zahl der Kampfhandlungen und die Zahl der zu beklagenden Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Soldat/innen. Der US PrÀsident Barack Obama spricht von Krieg, die kanadische Regierung spricht von Krieg und hat beschlossen, die eigenen Soldat/innen bis 2011 heim zu holen.
Die CDU im Wahlkreis 178 schickt einen Kandidaten ins Rennen, der den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan befĂŒrwortet und der auĂerdem, wie vor nicht langer Zeit berichtet wurde, direkt von Zahlungen der RĂŒstungsindustrie profitiert. Die SPD in Hamburg hat ihren RĂŒstungsskandal. Die FDP bietet ebenfalls einen Kandidaten auf, der den Einsatz in Afghanistan befĂŒrwortet.
Die WÀhler/innen haben am 27.9. die Chance, die Stimmen des Friedens zu stÀrken.
Der Kandidat von BĂNDNIS 90/DIE GRĂNEN, Simon Lissner, ist Unterzeichner einer ErklĂ€rung zahlreicher GRĂNER Direktkandidaten zur Bundestagswahl, die ein âweiter so” in Afghanistan ablehnt und versichert:
âDie gegenwĂ€rtige KriegsfĂŒhrung der NATO in Afghanistan werde ich im Deutschen Bundestag ablehnen. Erfolgt der notwendige Strategiewechsel seitens der NATO nicht, werden wir uns im Deutschen Bundestag dafĂŒr einsetzen, dass sich die Bundeswehr komplett aus Afghanistan zurĂŒckzieht. âEs ist auch völlig klar, dass Deutschland angesichts zweier Weltkriege und der NS-Verbrechen, nicht einfach 70 Jahre nach dem Ăberfall auf Polen und nach 52 Gedenkjahren glauben kann, diese seien vergeben und vergessen und man könne zur militĂ€rischen Tagesordnung ĂŒber gehen. Kriegsgegner/innen werden dies parteiĂŒbergreifend nicht zulassen”, so Simon Lissner.
JĂŒrgen Deuster
Fraktionsvorsitzender BĂNDNIS 90/DIE GRĂNEN Limburg-Weilburg Kirberg 8
35781 Odersbach