BloĂź keinen Stress in der WG – erfolgreiche PremierenauffĂĽhrung von Sommerregen
10. Juni 2008 | Von sissi | Kategorie: Bühne, Jugend, UnterhaltungWer kann sich nicht an ähnliche Szenen erinnern, als man noch mit anderen jungen Leuten in einer WG zusammenwohnte, an die teilweise nervigen Gespräche, wenn es ums Putzen und ums Saubermachen ging? Immer gab es irgendwo einen peniblen Mitbewohner, den der Schimmel im Kühlschrank und das stinkende Geschirr ankotzte, der die restlichen WG´ler mit seinem Putzwahn stresste. Während es den anderen in der WG wiederum genügte, im größeren Zeitraum die eigene Bude zu misten. Oder lebt ihr heute gerade so?
- Theatergruppe „Quadrat im Kreis“
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Die Regisseurin Cara Basquitt nimmt mit ihrem Theaterstück „Sommerregen“ humorvoll das Alltagsleben einer Wohngemeinschaft aufs Korn. Den Mitbewohner Josh (gespielt von Bertram Kögel) reizt die große, weite Welt und möchte daher ausziehen. Für ihn wird ein Nachmieter gesucht. Bald erscheinen mehrere Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch. Sie werden nach ihrem Sternzeichen befragt: „Okay, Krebs passt, Skorpion ist eher schwierig.“ Die oberste WG-Regel wird den Beiden auch noch mitgegeben, keine Beziehungen zwischen WG-Mitbewohnern! Doch wer ist der geeignetere Nachzügler und wer darf darüber entscheiden? Tobi (gespielt von Christopher Mück), entschuldigt sich dafür, dass es wieder einmal unordentlich ist. Seine wichtigste Regel scheint der gereinigte Kühlschrank und die aufgeräumte Küche zu sein. Immer wieder findet er irgend etwas fürchterlich Ekliges und ist ständig am rummeckern und rumschrubben.“Igitt, wie sieht es hier wieder aus!“ Er bekommt hysterische Kreischanfälle, sobald er den Kühlschrank auch nur einen spaltbreit öffnet.
Aber es gibt auch leise und nachdenkliche Momente in dem Stück. Trotz des dichten Zusammenlebens kennt nicht jeder Bewohner seine Mitbewohner wirklich. Man redet zwar viel miteinander und auch übereinander, aber die eigentlichen Gedanken und Gefühle bleiben unausgesprochen. Und darf man sich gar trauen, jemanden festhalten zu wollen? Niemand weiß so richtig, wie es Merlin (gespielt von Gerald Kremer) gelungen ist ohne Bezahlung und eigenes Zimmer, Dauergast der WG zu sein. Dadurch, dass er ständig mit der Videokamera das Leben der Bewohner filmt, angeblich für ein Dokumentarfilmprojekt der Uni, scheint er sich eine Daseinsberechtigung zu verschaffen. Josh hat eine anstrengende Freundin, Carlotta (gespielt von Sabrina Pascoe). Über diese lässt er sich bei Hannah (gespielt von Charlotte Bach) aus. „Es war eigentlich nur eine einzige Nacht, sie hat sich an mich rangeschmissen“, teilt er Hannah lapidar mit und merkt, wie gerne er im Grunde mit Hannah zusammen ist. Hannah setzt sich für Carlotta ein, sagt, dass Carlotta sich nach jemanden sehnt, dass sie jemanden braucht, der sie richtig kennt. Hannah sieht dabei so unglaublich traurig aus. Sie schlägt Josh vor, mit ihr (Hannah) irgendwann gemeinsam im Regen zu tanzen, an einem Sommertag. Aber eigentlich wollte sie ihm noch was anderes sagen …
Insgesamt mit 11 Rollen hat Cara Basquitt dieses quirlige StĂĽck besetzt und jede Rolle ist sehenswert, wenn auch hier nicht genauer beschrieben.
Die gut besuchte Premiere der Theatergruppe „Quadrat im Kreis“ am Freitag den 6. Juni wurde von den begeisterten Besuchern mit ausgiebigem Applaus gefeiert.
Nächste Vorstellung: Sonntag, 15. Juni, um 18 Uhr im Pfarrzentrum in Niederbrechen
Der Eintritt beträgt 4 Euro/ ermäßigt 3 Euro.











