Buch: Cremer, Neue NATO
Uli Cremer, Neue NATO: die ersten Kriege
Vom MilitÀr- zum Kriegspakt, Mit einem Vorwort von Hans-Christian Ströbele
218 Seiten (2009), EUR 16.80 sFr 29.50, VSA Verlag ISBN 978-3-89965-314-4
Die Nato wurde ein “globales BĂŒndnis” aber kein “globaler Polizist”. Die Nato, so Cremer, sucht sich die Konflikte selber aus, in die sie eingreift. Standen die Chancen nach dem Ende des Kalten Krieges ausgesprochen gut, einen groĂen Schritt auf dem Weg zum globalen Frieden voran zu kommen, erwies sich einmal mehr die NATO als Teil des Problems denn als Teil der Lösung. WĂ€hrend sich der Warschauer Pakt auflöste, begab sich die NATO schnell auf Jobsuche. Der geliebte alte Feind musste schon aus bloĂer Selbsterhaltung durch einen neuen ersetzt werden. In der Beschreibung der ersten neuen Kriege, bzw. Kriegsbeteiligungen, worunter Cremer die EinsĂ€tze im Kosovo, in Afghanistan und die massive UnterstĂŒtzung der “Koalition der Willigen” im Irak versteht, zeichnet sich die strategische Ausrichtung der NATO ab. Absehbar seien, so Cremer, weitere Kriege, sofern der eingeschlagene Weg weiter gegangen werde, aber es mĂŒsse nicht so kommen.
Das Buch ist ein “Muss” fĂŒr alle, die verstehen möchten, worĂŒber gesprochen wird, wenn um Fragen der NATO, dem Erhalt der Bundeswehr oder dem Aufbau einer EuropĂ€ischen Armee gestritten wird. Zur Beurteilung militĂ€rischer Strategien reicht es nicht aus, etwas schlicht davon auszugehen, dass westliche MilitĂ€rstrategien zu unser aller Bestem sind, weil wir “die Guten sind”.